Ausgangssituation in Frankfurt (Oder)

Eine zielorientierte Strategie setzt voraus, die spezifischen Herausforderungen zu identifizieren. Hierzu wurden statistische Analysen, qualitative Interviews und Auswertungen vorhandener Untersuchungen in die Analyse einbezogen. In Stichpunkten zusammengefasst gibt die nachstehende Auflistung einen Überblick:

  • nach wie vor gibt es Bevölkerungsabnahmen, insbesondere in den Quartieren, die (noch) nicht umfassend saniert bzw. erneuert worden sind,
  • die im Stadtvergleich überdurchschnittlichen Bevölkerungsverluste für Kinder und Jugendliche, hier speziell die 6-20-jährigen, lassen auf eine geringe Attraktivität des Stadtzentrums für diese Zielgruppe schließen: dies drückt auch eine (noch) geringe Attraktivität für Familien aus, da Jugendliche dieser Altersgruppe in der Mehrheit im familiären Haushalt leben,
  • entsprechend erhöhte Anteile leer stehender Wohneinheiten finden sich in den südlichen Quartieren des Gebiets (I. WK in Neuberesinchen) und im Norden des Soziale Stadt Gebietes,
  • die Arbeitslosigkeit ist weit verbreitet und überhöht. Hinzu kommt ein unterdurchschnittlicher Anteil Beschäftigter an der Wohnbevölkerung im Stadtbezirk Innenstadt,
  • die zuvor benannten Disparitäten zeigen bereits statistisch zu beobachtende Folgewirkungen: die Kinderarmut zeigt sich auch in den Quartieren im Soziale Stadt Gebiet,
  • eine folgenschwere Zunahme der Kinder- und Jugendproblematik, die nicht nur im Stadtbild auffällig ist: die Sucht und Drogenberatungsstelle beobachtet Fallzunahmen – insbesondere in Verbindung mit Alkoholmissbrauch - nicht nur bei Jugendlichen, sondern bereits bei Kindern, was erhebliche Auswirkungen auf die Bildungs- und Arbeitschancen haben kann,
  • die geringe und lückenhafte Attraktivität der Innenstadt, geringe Geschäftsdichten, eine wünschenswerte höhere Zentralität, Urbanität und Belebung, was den auffälligen Indikator der unterdurchschnittlichen Beschäftigtenanteile an der Bevölkerung im Stadtbezirk Innenstadt widerspiegelt,
  • die gute Entwicklung in den erneuerten Quartieren. Hierzu gehören vor allem der Universitätsbereich, die Oderpromenade, die Grünanlagen an der Oder sowie mit Einschränkungen der Lennépark. Als Schwächen gelten in diesem Zusammenhang jedoch zu geringe Auslastungen,  Leerstände, fehlende stadträumliche Verknüpfungen, teilweise schlechte Wege und Aufenthaltsmöglichkeiten – vor allem in  noch unsanierten Quartieren - und partielle Gestaltungs- und Ausstattungsdefizite,
  • generell ein gutes, reichhaltiges soziales Angebot, welches jedoch nicht alle Teile der Bevölkerung erreicht. Häufig werden aufsuchende soziale Angebote gewünscht, speziell in schwierigeren Quartieren und überforderten Nachbarschaften. Hierzu können z.B. mobile Jugendarbeit, Streetworker, Betreuungen für Senioren in Form von z.B. Einzelberatung, Gruppenarbeit, Projektarbeit und Stadtteilarbeit gehören.

Quelle: Integriertes Handlungskonzept "Soziale Stadt" Frankfurt Oder (siehe Downloadbereich)
Das Programm Soziale Stadt wird aus Mitteln des Bundes, des Landes Brandenburg und der Stadt Frankfurt (Oder) gefördert.