Handlungsfeld 2: Kinder, Jugend, Familie, Senioren

Leitbild

Ein attraktives Leben in den innnerstädtischen Bereichen der Stadt Frankfurt (Oder) wird
durch Vielfalt und Lebendigkeit geprägt. Die Innenstadt bietet jeder Zielgruppe (Kinder,
Familien, Jugendlichen, Senioren, Singles) leicht zugängliche Möglichkeiten der Information, der Begegnung und Kommunikation sowie der Versorgung.

Die Angebote der Innenstadt strahlen über das gesamte Stadtgebiet hinaus und können auch von umliegenden Gemeinden in der Region wahrgenommen werden. 

Innerhalb der Leitbilddarstellung des INSEK finden sich unter den strategischen Oberzielen und Teilzielen zahlreiche Aspekte, die für das Handlungsfeld Kinder, Jugend, Familie, Senioren innerhalb der Gebietskulisse der Sozialen Stadt von Bedeutung sind.


Stärken und Chancen im Handlungsfeld Kinder, Jugend, Familie, Senioren:

  • allgemein gute Ausstattung mit Einrichtungen und Dienstleistungen
  • Möglichkeit zur Vernetzung und Zusammenarbeit
  • steigende Nachfragen im Seniorenbereich
  • partielle Zunahme der Kinder (0-5 jährige)
  • steigende Nachfragen im Gesundheits- und Pflegebereich
  • frühzeitige Erkennung und Thematisierung von Risiken


Schwächen im Handlungsfeld Kinder, Jugend, Familie, Senioren:
(unter Berücksichtigung der qualitativen Merkmale der geführten Expertengespräche)

  • hohe Kinderarmut, insb. in innerstädtischen „Problemquartieren“
  • 39,8 % aller Kinder (Stand 31.12.2007) leben in ALG II Haushalten (Ø Land Brandenburg 20%)
  • jugendliche Problemgruppen mit geringem Ausbildungsstand
  • Zunahme psychosozialer Störungen, Sucht, Drogenprobleme
  • Zunahme der Bevölkerung konzentriert sich insbesondere auf die Altersgruppe ab 50 Jahren
  • struktureller Nachholbedarf: Beratung, Gerontologie, Wohnen


Ziele

Entsprechend des dargelegten Leitbildes sowie der Schilderung der Ausgangslage ergeben sich Zielstellungen für das Handlungsfeld „Jugend, Familie, Senioren“.  Durch die nachstehenden Ziele soll die im Rahmen von Sozialer Stadt allgemein geforderte Verbesserung der Lebensqualität bzw. der Schaffung positiverer Lebensbedingungen insbesondere durch folgende Zielstellungen erreicht werden.

  • Integrierende gesundheitsfördernde Maßnahmen sind hinsichtlich ihrer Chancen auf Verbesserung von Lebensqualität und –erwartung zu gestalten und zu befördern (Ziel 1)
    • Speziell für die benachteiligten Bevölkerungskreise sollen gesundheitsfördernde Angebote und Vernetzungen geschaffen werden. Hierzu gehören z.B. Förderung der Gesundheitsvorsorge an Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, wie auch Aufklärungen zu Sucht- und Drogenproblemen. Grundlegend soll eine Stärkung des Gesundheitsbewusstseins in der Bevölkerung des Soziale Stadt Gebietes erreicht werden.
  • Erhöhung der Bildungschancen für lebenslanges Lernen (Ziel 2)
    • Eine Verbreiterung sozialer Kontakte und beruflicher Chancen soll Armut und Armutsfolgen entgegegenwirken. Die Angebote sollen unabhängig von sozialer Herkunft und sozialem Status Disparitäten entgegenwirken und in einem Netzwerk zahlreicher Initiativen zusammenwirken. Hierzu gehören neben verbesserten Informationsangeboten für Kinder, Eltern und Senioren auch offene Räume und Begegnungsmöglichkeiten, welche den unterschiedlichen Generationen und Gruppen einen direkten Austausch und Begegnungsmöglichkeiten eröffnet.
  • Verbesserung der Verzahnung, Vernetzung und Qualifizierung der vorhandenen Angebotsstrukturen (Verfahrensquerschnittsziel 3)
    • Das Verfahrensziel stellt auf eine bessere Vernetzung der sozialen Angebote untereinander ab. Angesprochen sind insbesondere Kinder, Schulen, Jugend, Familien- und Senioreneinrichtungen, welche generationsübergreifende „Brücken“ einrichten bzw. ermöglichen sollen.
    • Darüber hinaus sollen auch Gruppen und Bevölkerungsteile erreicht werden können, die bislang vorhandene Unterstützungen und Begleitsysteme nicht genutzt haben.


Entwicklungs- und Erfolgsindikatoren, Nachhaltigkeit

Wie bei allen Handlungsfeldern sind auch hier sozialraumbezogene und projektbezogene Erfolgsindikatoren zu definieren. Da sich diese durch das aufzustellende Gesundheitskonzept noch verändern können, haben die Indikatoren Vorschlagscharakter. Messbare Zielstellung ist, vor allem die Gruppe der gesundheitlich benachteiligten Kinder und Jugendlichen aus sozial schwächeren Gruppen zu reduzieren.

Sozialraumorientiert können
  • Schuleingangsuntersuchungen -  Beurteilung der Schulfähigkeit
  • Teilnahmequoten an den Früherkennungsuntersuchungen U1-U7
  • zahnärztliche Untersuchungen, z.B. Kariesindex
  • ggf. weitere Auswertungen der Krankenkassen
ein Abbild der Entwicklung des Gesundheit im Stadteil bzw. SOS Gebiet abbilden.

Projektbezogen stehen
  • projektspezifische Erhebungen (Wirkungskontrollen)
  • Teilnehmer und Besucherzahlen
  • Zahl der Veranstaltungen und Aktivitäten
im Vordergrund.

Die Nachhaltigkeit im Handlungsfeld Kinder, Jugend, Familie und Senioren muss sich an den selbst gesteckten und eingangs genannten Zielen messen lassen:
  • integrierte Gesundheitsförderungen
  • Erhöhung der Bildungschancen und
  • vernetze Zusammenarbeit der lokalen Akteure.
Mit den angeregten Konzepten für den Sozial- und Gesundheitsraum der Sozialen Stadt in Frankfurt (Oder) wird hierzu der Handlungsrahmen gelegt. Die vorgeschlagenen Projekte und die (evaluierende) Begleitung durch das Quartiersmanagement sind grundsätzlich dazu geeignet den nachhaltigen Entwicklungsprozess zu initiieren und zu steuern.

Bereits im Umsetzungsbeginn werden die Maßnahmen und Projekte auf
  • eine breite Vernetzung und Ausstrahlungswirkung
  • die qualitative Verbesserung durch Erreichung eines Mehr-Wertes und
  • dauerhafte Verankerung in der lokalen Zivilgesellschaft
ausgerichtet werden – ein wesentliches Kriterium für die weitere Ausgestaltung der Projekte in der Umsetzungsphase.

Quelle: Integriertes Handlungskonzept "Soziale Stadt" Frankfurt Oder (siehe Downloadbereich)
Das Programm Soziale Stadt wird aus Mitteln des Bundes, des Landes Brandenburg und der Stadt Frankfurt (Oder) gefördert.